Rundfunktermine

Im Rahmen der Sendung radioWissen des Bayerischen Rundfunks auf Bayern2 sind regelmäßig philosophische Beiträge von uns zu hören. Sie können dieses Programm terrestrisch empfangen (zumindest in Bayern), aber auch online hören.

Die Sendefrequenz für Ihr Gebiet erfahren Sie am schnellsten, wenn Sie bei Google “Bayern2 Sendefrequenzen” eingeben und dann auf den entsprechenden Link klicken. Für den Online-Empfang gehen Sie auf www.br-online.de/bayern2/. In dem Fenster, das sich dann öffnet, klicken Sie rechts auf den orangefarbenen Kasten “Live hören”. Damit schalten Sie sich in das laufende Programm ein. Unsere Beiträge sind immer ca. 20 Minuten lang. Sie können die Beiträge auch im Nachhinein als Podcasts herunterladen. Wie, sagt Ihnen die Website von Bayern2.

Hier die nächsten Termine und Themen (die vom BR allerdings manchmal kurzfristig geändert werden):

September 2010

“Wie viel musste dieses Volk leiden, um so schön werden zu können“, schrieb Friedrich Nietzsche über die alten Griechen. Abgrund und Gipfel des Menschseins bedingen einander, das Schöne ist ohne das Schreckliche nicht zu haben. Nietzsche fordert, dies nicht zu fürchten, sondern heroisch auszuhalten und daraus lustvoll Lebensenergie zu schöpfen. Diese “dionysische Weisheit“ stellt er der schwächlichen “Sklavenmoral“ und Religion seiner Zeit als kraftvolle Alternative entgegen. Gott ist tot, es lebe der Mensch, allerdings nur der starke. In immer radikaleren Entwürfen forderte Nietzsche schließlich eine Umwertung aller Werte und die gezielte Züchtung des Übermenschen. Abgründige Gedanken, die Nietzsche berühmt machten – und berüchtigt. Ein Porträt.

Oktober 2010

Die Gedanken sind frei – aber das war nicht immer so. Erst etwa 600 v. Chr. begannen die Menschen, sich von jahrhundertealten mythischen Vorgaben zu lösen und neue, bis dahin unerhörte Fragen zu stellen: nach der Welt und ihrem Ursprung, dem Sein, der Seele und dem Glück. Dies war der Beginn der abendländischen Philosophie. Der Beitrag beleuchtet die historischen Anfänge, fragt aber auch nach dem inneren Ursprung des Philosophierens: dem Staunen und dem Erschrecken über die Welt, das zum Fragenstellen und Wissenwollen inspiriert. Im Nachzeichnen früher Gedanken von Thales bis Platon werden die Weite und Kühnheit des philosophischen Denkens spürbar und die Liebe zur Weisheit, die der Philosophie ihren Namen gab.

November 2010

Die Würde des Menschen ist im Grundgesetz fest verankert. Dennoch wird sie gegenwärtig kontrovers diskutiert. Ist sie wirklich unantastbar, oder ist es nicht doch in manchen extremen Fällen erlaubt oder sogar geboten, sie zugunsten anderer zentraler Werte einzuschränken, etwa der Rettung akut bedrohter Menschenleben oder der Eröffnung neuer Therapiechancen für bisher unheilbare Krankheiten? Angesichts dieser Konflikte fragt der Beitrag nach den philosophischen Grundlagen der Menschenwürde, die möglicherweise eine Beurteilung aktueller Probleme erleichtern: Was ist die Menschenwürde, worin ist sie begründet, wann beginnt und wann endet sie, gibt es begründete Ausnahmen oder auch: Können wir unsere Würde selber verletzen oder verspielen?

Dezember 2010

Intuitiv fühlen wir alle uns frei. Zwar nicht im Handeln, da unterliegen wir vielfältigen äußeren Bedingungen, aber doch in dem, was wir wollen. Die Wissenschaften sind sich diesbezüglich aber nicht so sicher. Philosophen und Theologen sagen ja, Naturwissenschaftler nein. In jüngster Zeit beanspruchen vor allem Neurobiologen, gezeigt zu haben, dass die Freiheit unseres Willens bloße Illusion ist. Dies hätte gravierende Folgen für Moral und Recht, da niemand mehr für sein Tun verantwortlich gemacht werden dürfte: Er konnte ja nicht anders. Der Beitrag beleuchtet die gegensätzlichen Positionen und zeigt, wie heutige Philosophen versuchen, Willensfreiheit auch unter Berücksichtigung naturwissenschaftlicher Argumente denkbar zu machen.

Vier Dinge braucht der Mensch: Nahrung, Kleidung, Wohnung – und Freunde. Diese hohe Wertschätzung der Freundschaft durch den antiken Philosophen Epikur gilt bis heute, und dies mit guten Gründen. Freundschaft ist eine besonders wertvolle Weise menschlicher Gemeinschaft, geprägt von Zuneigung, Vertrauen, gegenseitiger Achtung und Treue. Freunde stehen in der Not zusammen, wollen das Gute für den jeweils anderen und sind glücklich dabei. In der Freundschaft verbinden sich somit Tugend und Glück in einzigartiger Weise. Der Beitrag gibt Einblick in philosophische Gedanken aus Tradition und Gegenwart zu dieser besonderen Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen, ohne deren wärmendes Band wir vermutlich seelisch verkümmern würden.

Viel Freude beim Hören!

Ihr IAP-Team

Bisher wurden folgende Sendungen ausgestrahlt:

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