Philosophische Fertigkeiten für die Wirtschaft?

Klaus Manhart

Der Beitrag wendet sich gegen das gängige Vorurteil, ein Philosophiestudium sei praktisch und ökonomisch völlig nutzlos. Es wird gezeigt, dass die Philosophie sehr wohl ein wirtschaftlich verwertbares Marktpotenzial hat, das allerdings weniger offen zu Tage liegt als in den Substanzwissenschaften. Dieses Potenzial offenbart sich dann, wenn man den Blick abwendet von spezifisch philosophischen Inhalten und auf die begrifflichen und methodischen Mittel richtet, mit denen Philosophen arbeiten sowie auf die impliziten Fertigkeiten, die Philosophen während ihres Studiums erwerben.

Explizite Fertigkeiten wie sprachliche, begriffliche, argumentative und logische Fähigkeiten werden Philosophen während des Studiums ausdrücklich vermittelt. Diese Fertigkeiten beefähigen Philosophen zur Kompetenzverbesserung ökonomischer Akteure, indem sie professionell kommunizieren, argumentieren, exzerpieren, strukturieren, filtern und vereinfachen. Implizite Fertigkeiten sind “Nebenprodukte” eines Philosophiestudiums und beinhalten analytisch-kritische, theoretisch-abstrakte, moralische, organisatorische und kreative Kompetenzen. Damit können sich Philosophien effizient in schwierige und unbekannte Themen einarbeiten, zwischen verschiedenen Lagern und Gruppen vermitteln, bei ethisch fragwürdigen Handlungen beraten oder kreative und visionäre Perspektiven entwickeln.